Goethe war gut

20.10.

Ein Tag ohne Termine. Schön! Nach dem Frühstück im Hotel machen wir uns auf und „streifen durch die Stadt“. Von einer Endstation der S-Bahn nahe dem Zentrum laufen wir über Lapa Richtung Campo Grande. Die S-Bahn – nach über 20 Jahren sind immerhin zwei Linien weitgehend fertig – wurde zu unserem Liebling im ÖPNV. Schnell und gut gekühlt fahren wir unseren Zielen entgegen… Wir erleben die Abenteuer der Fussgänger, überqueren mehrspurige Straßen und verweilen in einem kleinen Park. Dort wird in lateinischer Sprache voller Pathos des Kampfes um die Unabhängigkeit gedacht und wir lernen die Parole der französischen Revolution auf Portugiesisch: liberdade, igualdade, fraternidade! Ein weiterer Höhepunkt in dieser an solchen nicht armen Reise ist die Entdeckung des Goethe-Institutes hier! Für die nächsten Stunden sitzen wir im schattigen Innenhof, genießen diverse Kaffees und andere leckere Dinge und schreiben dieses und jenes… Von eigenem Reiz ist eine kleine Ausstellung mit Collagen zu allen möglichen Aspekten der deutschen Geschichte der vergangenen 100 Jahre. Die Pointe liegt darin, dass Gefühle die „Überschriften““ der einzelnen Exponate sind: Liebe, Ressentiment, Begeisterung etc.

Mein Versuch, eine Ausstellung in einem Museum zu besuchen, scheitert leider. Salvador ist nichts für Anfänger ohne Stadtplan! In’s Goethe-Institut zurückgekehrt, berichtet mir Guido von einem Fototermin mit der dort wohnhaften Affenfamilie. Mit Bananenstückchen vom Café-Pächter angelockt, waren sie zu einem Familienfoto bereit. Das Institut bleibt unser „Geheim“-Tipp! Doch nun schlendern wir weiter, immer mehr oder weniger nah am Wasser, geht es vorbei an netten und sehr vollen Straenden an der Bucht bis zum „Land’sEnd“ von Salvador. Von dort geht es dann am Atlantik entlang nach Norden. Ein letztes kleines Abendessen mit Blick hinaus Richtung Heimat. (Salvador liegt auf der Höhe von Angola!!!) Dann heißt es einen Bus finden, der uns zurück bringt – und eine Bushaltestelle! Aber auch das ist bald geschafft und der Bus fährt uns durch die quirlige Stadt zum Hotel…

21.10.

Diese Zeilen schreibe ich im Flughafen von Salvador. S-Bahn und Pendelbus brachten uns rasch hierhin. Die nächsten 24 Stunden werden vor allem aus Warten und Fliegen bestehen. Die Reise, die sich zu beschreiben lohnte, ist hier definitiv zu Ende…