{"id":1096,"date":"2003-01-30T14:06:26","date_gmt":"2003-01-30T14:06:26","guid":{"rendered":"http:\/\/globalenachbarn.org\/?p=1096"},"modified":"2016-11-14T11:53:53","modified_gmt":"2016-11-14T11:53:53","slug":"jahresbericht-vorstand-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/globalenachbarn.org\/?p=1096","title":{"rendered":"Jahresbericht Vorstand 2002"},"content":{"rendered":"<h2>Jahresbericht 2002 des Vorstandes von Globale Nachbarschaft e.V.<\/h2>\n<h2>Projektarbeit<\/h2>\n<h3>a) B\u00fcrgerradio \u201eS\u00e3o Francisco FM\u201c in Sobradinho &#8211; BA, Brasilien<\/h3>\n<p>Unser Kontakt zum Verein ACCS \u2013 Associa\u00e7\u00e3o de Comunica\u00e7\u00e3o Comunit\u00e1ria de Sobradinho (Verein f\u00fcr gemeinschaftliche Kommunikation von Sobradinho) bzgl. der Einrichtung eines b\u00fcrgernahen und offenen Lokalradios besteht seit 2001. Im letzten T\u00e4tigkeitsbericht wurden Ziele und Voraussetzungen des Projektes dargelegt. Im Jahr 2002 gab es eine Reihe von Fortschritten, aber der entscheidende Durchbruch ist leider noch nicht gelungen, da die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde in Brasilia (ANATEL) die Sendeerlaubnis immer noch nicht erteilt hat.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Anfang M\u00e4rz erfuhren wir, dass die ANATEL weitere Dokumente von ACCS als Voraussetzung f\u00fcr das weitere Genehmigungsverfahren angefordert hat. Insbesondere musste ein neuer Lageplan der Sendeeinrichtung nach genauen Vorgaben und durch einen ausgewiesenen Fachmann erstellt werden. In Ermangelung eigener Mittel bat ACCS uns um eine erste finanzielle Unterst\u00fctzung um der Anforderung der Beh\u00f6rde nachzukommen und damit die Chancen zu wahren. Ferner geriet ACCS unter Druck, da das zur Unterbringung des Studios bereits gemietete Geb\u00e4ude von der Eigent\u00fcmergesellschaft verkauft werden sollte. Wenn ACCS das Geb\u00e4ude nicht selbst erwirbt, m\u00fcsste die Unterbringung von Studio und Sender verlagert und damit das ganze Genehmigungsverfahren neu begonnen werden. Auf die Anfrage von ACCS hin \u00fcberwiesen wir daher am 22. M\u00e4rz 2002 einen ersten Betrag von 1.000 \u20ac an ACCS. Die Auflagen f\u00fcr das Genehmigungsverfahren konnten daraufhin erf\u00fcllt werden. Der Kauf des Hauses, es handelt sich um ein kleines eingeschossiges Reihenhaus, konnte jedoch im Jahr 2002 noch nicht get\u00e4tigt werden, da die staatliche Gesellschaft CHESF den zun\u00e4chst vorgesehenen Verkauf einer Reihe von Immobilien auf das Jahr 2003 verschob, vorwiegend aus politischen Gr\u00fcnden. Das daf\u00fcr bereitgestellte Geld hat ACCS in geeigneter Weise bei der Bank angelegt.<\/p>\n<p>Nach umfangreicher Korrespondenz mit dem Vorsitzenden von ACCS, Paulo Ferreira da Silva, und mehreren Entw\u00fcrfen kam es im Juni 2002 zur beiderseitigen Unterzeichnung einer ausf\u00fchrlichen Projektvereinbarung. Diese sieht f\u00fcr die Einrichtung des Studios und des Senders eine finanzielle F\u00f6rderung von zun\u00e4chst bis zu 5.000 \u20ac vor und beschreibt die Voraussetzungen und Ziele des Projektes, sowie gegenseitige Zusagen f\u00fcr eine inhaltliche Zusammenarbeit. Im September 2002 hielt sich der Vorsitzende von ACCS auf Einladung der Partnerkirchengemeinde von Sobradinho in Deutschland auf. Einige Mitglieder von GN hatten im Rahmen dieses Aufenthaltes ein zweit\u00e4giges Treffen mit Paulo Ferreira, bei dem alle Belange des Projektes ausf\u00fchrlich besprochen wurden. Insbesondere ergaben sich folgende Perspektiven: Aufgrund der f\u00fcr Oktober 2002 anstehenden Parlaments- und Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Brasilien stand nicht zu erwarten, dass die Beh\u00f6rde in Brasilia noch im selben Jahr das Verfahren voranbringen w\u00fcrde. Bundesstaatliche Beh\u00f6rden und Gesellschaften \u00fcben offenbar in Wahlkampfzeiten \u00e4u\u00dferste Zur\u00fcckhaltung und warten die Ver\u00e4nderung der Machtverh\u00e4ltnisse ab. Paulo Ferreira machte aber deutlich, dass bei der Wahl des Kandidaten Lula da Silva der linksgerichteten Arbeiterpartei zum Pr\u00e4sidenten, zu der es tats\u00e4chlich kam, die Aussichten f\u00fcr soziale, von B\u00fcrgern getragene Projekte sehr viel besser w\u00fcrden. Somit bestehen berechtigte Hoffnungen, dass es im Jahr 2003 endlich zu der lange erwarteten Genehmigung des Senders kommt und dann dessen Aufbau betrieben werden kann.<\/p>\n<h3>b) Kindertagesst\u00e4tte \u201eGente Valente\u201c in Sobradinho &#8211; BA, Brasilien<\/h3>\n<p>Die seit Januar 2001 laufenden Planungen f\u00fcr den Anbau eines Speiseraumes f\u00fcr die ca. 120 Kinder und eines damit verbundenen Umbaus von K\u00fcche und sanit\u00e4ren Anlagen waren Anfang 2002 abgeschlossen. Damit stand auch ein Finanzierungsplan, der eine Beteiligung von GN und vom Kindermissionswerk der katholischen Kirche vorsah. Im M\u00e4rz 2002 wurde daraufhin eine Projektvereinbarung zwischen GN und dem Tr\u00e4gerverein der Kindertagesst\u00e4tte \u00fcber eine F\u00f6rderung von 3.500 \u20ac geschlossen. Dieser Betrag konnte im April \u00fcberwiesen werden, so dass die Bauarbeiten im Mai begannen. GN finanzierte den ersten Bauabschnitt, der bereits Ende Juni abgeschlossen war. Wegen Schwierigkeiten beim Geldtransfer f\u00fcr den Betrag des Kindermissionswerkes verz\u00f6gerte sich der zweite Bauabschnitt (v.a. Wandputz und \u00dcberdachung des Speiseraumes), konnte aber bis zum Ende des Jahres ebenfalls fertiggestellt werden. F\u00fcr das Jahr 2003 besteht die Aussicht, dass GN die Kindertagesst\u00e4tte bei der Ausstattung des Raumes, insbesondere dem Mobiliar mit einem weiteren Geldbetrag f\u00f6rdert.<\/p>\n<h3>c) \u00d6kologischer Kaffeeanbau in Garraf\u00e3o &#8211; ES, Brasilien<\/h3>\n<p>In S\u00e3o Jo\u00e3o de Garraf\u00e3o plant die landwirtschaftliche Familienschule (Escola Fam\u00edlia Agr\u00edcola &#8211; EFA) unter Leitung von Siegmund Berger eine modellhafte Pflanzung f\u00fcr \u00f6kologischen Kaffeeanbau, die \u00fcber die Sch\u00fcler und deren Familien neue Impulse f\u00fcr ihre wirtschaftliche Entwicklung der Region geben soll. Als ersten Schritt der Projektzusammenarbeit haben GN und der Tr\u00e4gerverein der EFA (APEAEFA) eine Partnerschaftsvereinbarung formuliert und im April bzw. Mai unterzeichnet. Diese Vereinbarung formuliert allgemein die Ziele, die gegenseitigen Verpflichtungen und die Aufgaben beider Partner und bereitet damit die Verwirklichung noch zu vereinbarender konkreter Projekte vor.<\/p>\n<p>Ende Februar 2002 hat Siegmund Berger einen detaillierten Kostenplan f\u00fcr den Auf- und Ausbau der Kaffeepflanzung in mehreren Stufen vorgelegt. Auf der Grundlage dieses Kostenplans und der weiteren ausf\u00fchrlichen Korrespondenz mit Siegmund Berger und der APEAEFA hat die Mitgliederversammlung von GN im Juli 2002 die F\u00f6rderung einer ersten Stufe des Projektes mit 2.800 \u20ac beschlossen. Mit der Umsetzung sollte im August 2002 begonnen werden. Im selben Monat hat jedoch einer der beiden Agrartechniker, die in der Schule als Lehrer t\u00e4tig sind, seine Stelle bei der EFA gek\u00fcndigt. Damit geriet die Schule in einen unvorhergesehenen personellen Engpass, insbesondere im Bereich des praktischen Unterrichts und der Betreuung landwirtschaftlicher Vorhaben. Der Beginn des Kaffeeprojektes musste daher verschoben werden. Bis Ende 2002 konnte Siegmund Berger noch keinen neuen Mitarbeiter mit agrartechnischer Qualifikation finden, so dass die Kaffee-pflanzung erst im Laufe des Jahres 2003 verwirklicht werden kann.<\/p>\n<h3>d) Ausbau der hauswirtschaftlichen Ausstattung der EFA in Garraf\u00e3o &#8211; ES, Brasilien<\/h3>\n<p>Die EFA von Garraf\u00e3o unterrichtet ca. 230 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, von denen im Wechsel je die H\u00e4lfte Ganztagsunterricht erh\u00e4lt und ein Teil im Internat wohnt. Daher sind die Sch\u00fcler t\u00e4glich mit mehreren Mahlzeiten zu versorgen. Mit der Pr\u00e4fektur (Kommunalverwaltung) von Santa Maria de Jetib\u00e1 wurde vereinbart, die K\u00fcche und den Essraum auszubauen und zu renovieren, denn diese waren urspr\u00fcnglich nur f\u00fcr die H\u00e4lfte der gegenw\u00e4rtigen Sch\u00fclerzahl ausgelegt. Im Rahmen dieses Ausbaus plant der Tr\u00e4gerverein APEAEFA die Einrichtung einer Backstube anstelle des bisher verwendeten holzbefeuerten Steinofens, der selbst bei ganzt\u00e4gigem Betrieb kaum mehr die notwendige Zahl an Broten produziert und zudem einen erheblichen personellen Aufwand erfordert. Eine B\u00e4ckerei gibt es in Garraf\u00e3o nicht, so dass von au\u00dferhalb der Schule kein Brot bezogen werden kann. Eine gut funktionierende Backstube k\u00f6nnte umgekehrt eine willkommene Einnahmequelle f\u00fcr die EFA darstellen, wenn ein Teil der Produktion in Garraf\u00e3o verkauft w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Im April hat die APEAEFA einen Vorschlag f\u00fcr die Einrichtung der Backstube und einen Kostenplan in H\u00f6he von ca. 4.200 \u20ac vorgelegt. In der weiteren Korrespondenz wurde eine M\u00f6glichkeit er\u00f6rtert, die Einrichtung in mehreren Stufen zu realisieren, da f\u00fcr den Anfang eine so hohe Summe nicht zur Verf\u00fcgung steht. Die erste Teilinvestition sollte noch vor Ende 2002 get\u00e4tigt werden. Im Laufe des September stellte sich jedoch heraus, dass die Pr\u00e4fektur von Santa Maria de Jetib\u00e1 in gro\u00dfen Finanzn\u00f6ten steckt und den zugesagten Ausbau der K\u00fcche nicht mehr im Jahr 2002 finanzieren kann. Die APEAEFA hat daraufhin entschieden auch die Anschaffung der Backstube zu verschieben, da f\u00fcr die Ger\u00e4te zuerst eine geeignete R\u00e4umlichkeit vorhanden sein muss und sie durch die Umbauma\u00dfnahmen Schaden nehmen k\u00f6nnten. F\u00fcr 2003 erwarten wir, dass die Voraussetzungen f\u00fcr die Einrichtung der Backstube gegeben sein werden und GN dort einen Betrag von ca. 2.500 \u20ac investiert.<\/p>\n<h3>e) Dorfentwicklung im Umland von Sobradinho &#8211; BA, Brasilien<\/h3>\n<p>Wie im letzten T\u00e4tigkeitsbericht dargelegt, befindet sich der Verein NACSA (Verein Soziales Aktionszentrum von Sobradinho und Umgebung) nach dem Tod des Vorsitzenden in einer schwierigen Situation, woran sich im Laufe des Jahres 2002 nichts grundlegendes ge\u00e4ndert hat. \u00dcber gelegentliche Korrespondenzen hat GN den Kontakt zum Verein gehalten und m\u00f6chte bei dem geplanten Besuch in Sobradinho im August 2003 mit NACSA \u00fcber die Aussichten einer Zusammenarbeit ausf\u00fchrlich sprechen. Zur Zeit zeichnet sich aber kein konkretes Vorhaben ab, das noch im Jahr 2003 begonnen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Das oben erw\u00e4hnte Treffen mit Paulo Ferreira im September 2002, an dem auch der katholische Priester von Sobradinho, Padre Jo\u00e3o Sena, teilnahm, zeigte indessen vielversprechende Ans\u00e4tze f\u00fcr Dorfentwicklungsma\u00dfnahmen in der Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde Sobradinhos und der Pastoralarbeit der Di\u00f6zese von Juazeiro. Letztere haben mit den Produktionsgemeinschaften von Kleinbauern in drei D\u00f6rfern bereits eine Beratungsarbeit begonnen und planen gemeinsame Ma\u00dfnahmen, die in erster Linie der Existenzsicherung der Familien und Dorfgemeinschaften dienen sollen. Die F\u00f6rderung der Gemeinschaft und der Bildung, insbesondere auch bei Frauen, soll ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit sein. F\u00fcr den Besuch in Sobradinho im August 2003 wurden bereits eine Reihe von Gespr\u00e4chen und Besichtigungen vereinbart, bei denen sich herausstellen soll, wie GN einen Beitrag zu dieser Arbeit leisten kann. Die Einbeziehung des Vereins NACSA aus Sobradinho in diese Arbeit erscheint m\u00f6glich, genaueres dazu kann aber nur in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen vor Ort festgestellt werden.<\/p>\n<h3>f) F\u00f6rderung von Schulen in Herat &#8211; Afghanistan<\/h3>\n<p>Durch pers\u00f6nliche Kontakte zu Exilafghanen, die seit langer Zeit in Deutschland leben, entstand bei Mitgliedern von GN der Wunsch f\u00fcr die Entwicklungshilfe in Afghanistan, insbesondere im Bereich der Schulbildung t\u00e4tig zu werden. Die Kontakte f\u00fchrten in die Stadt Herat im Nordwesten Afghanistans, mit knapp 200.000 Einwohnern die drittgr\u00f6\u00dfte Stadt des Landes. Indirekt spielt die Stadt Mashhad im benachbarten Iran ein wichtige Rolle, da dort bis heute viele Fl\u00fcchtlinge aus Herat leben und aufgrund der desolaten Lage in Afghanistan die meisten G\u00fcter nur dort beschafft werden k\u00f6nnen. Zusammen mit einigen engagierten Afghanen in Mashhad und der stellvertretenden Leiterin des Schulamtes in Herat, Frau Sai, wurden seit Mai 2002 konkrete \u00dcberlegungen angestellt, wie einige Schulen in Herat unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnten. Ein wichtiges Ziel ist dabei \u00fcber die direkten Kontakte gerade an Schulen bzw. mit Ma\u00dfnahmen helfen zu k\u00f6nnen, die nicht im Wirkungsbereich der gr\u00f6\u00dferen Hilfsorganisationen liegen. Dabei haben wir zwei Ma\u00dfnahmen ins Auge gefasst, deren Umsetzung seit August in der Planung ist.<\/p>\n<p>An erster Stelle steht eine p\u00e4dagogische Fortbildung f\u00fcr Grundschullehrer in Herat. Nach 20 Jahren Krieg und dem Schulverbot f\u00fcr Frauen unter den Taliban ist das Schulwesen Afghanistans in einer sehr schwierigen Verfassung. Viele Lehrer und vor allem Lehrerinnen konnten ihren Beruf seit vielen Jahren nicht mehr aus\u00fcben. Die Ausbildung neuer Lehrer und erst recht ihre Fortbildung kamen praktisch zum Erliegen, so dass die P\u00e4dagogik auf dem Stand von vor 20 Jahren stehen geblieben ist. F\u00fcr den Aufbau eines angemessenen Schulsystems ist daher die Lehrerfortbildung ein wichtiger Grundstein. Der Plan sieht vor, dass unter der Regie des Schulamtes in Herat p\u00e4dagogisch qualifizierte Ausbilder und Lehrer eine dreimonatige Fortbildung Grundschulen in Herat durchf\u00fchren. Die Referenten sollen \u00fcberwiegend Exilafghanen aus Mashhad sein, die dort seit l\u00e4ngerem an afghanischen Schulen oder an der p\u00e4dagogischen Hochschule t\u00e4tig sind. Im Rahmen der Schulung erhalten die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer umfangreiches didaktisches Material zu allen Grundschulf\u00e4chern, das sich in der schulischen Arbeit in Mashhad bew\u00e4hrt hat. Die Kosten f\u00fcr diese Ma\u00dfnahme werden bei etwa 1000 \u20ac bis 2000 \u20ac liegen, was noch von der genauen Teilnehmerzahl abh\u00e4ngt. Urspr\u00fcnglich war angestrebt die Schulferien in den Monaten Januar bis M\u00e4rz f\u00fcr die Fortbildung zu nutzen, was aber aufgrund der Zeitknappheit nicht mehr zu realisieren war. Mit der \u00f6rtlichen Schulbeh\u00f6rde wird derzeit \u00fcberlegt, wann und in welchem Rahmen sie m\u00f6glichst noch im Jahr 2003 stattfinden kann.<\/p>\n<p>Die zweite geplante Ma\u00dfnahme betrifft die Vervielf\u00e4ltigung von selbsterstellten Unterrichtsmaterialien in den Schulen. Da kaum Unterrichtsmaterialien vorhanden und Fotokopierer finanziell wie technisch f\u00fcr die Schulen untragbar sind, wird dringend eine einfache und robuste Vervielf\u00e4ltigungsm\u00f6glichkeit ohne allzu gro\u00dfe Folgekosten gebraucht. Vorgesehen sind einfache Umdruckger\u00e4te auf der Basis von mechanisch erstellten Matrizen (per Schreibmaschine oder handschriftlich). Die Ger\u00e4te sind in Mashhad in Schulen gebr\u00e4uchlich und dort f\u00fcr etwa 600 \u20ac zu kaufen. Vorstellbar ist die gemeinsame Nutzung solcher Ger\u00e4te durch mehrere benachbarte Schulen. Bis Ende 2002 konnten die Auswahl von Schulen und die Regelung der gemeinsamen Nutzung, sowie einige technische Fragen noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Die politische und gesellschaftliche Situation in Afghanistan ist nach wie vor sehr unsicher. Die als Provinzgouverneure eingesetzten fr\u00fcheren &#8222;War Lords&#8220;, in Herat ist es Ismail Khan, versuchen ihre Machtposition zu sichern und wirken der Demokratisierung und Entwaffnung entgegen. Da Bildung jedoch einer der wichtigsten Beitr\u00e4ge zur Reform und Befriedung des Landes ist, erscheint uns der Einsatz trotz der Risiken gerechtfertigt.<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung der Entwicklungshilfe durch hiesige Informations- und Vereinsarbeit<\/h2>\n<h3>Veranstaltungen von Globale Nachbarschaft e.V. im Jahr 2002<\/h3>\n<p>1. Mitgliederversammlung am 17. Februar in Hoffnungsthal; Schwerpunkte: Jahresbericht und Entlastung des Vorstandes; Haushaltsplan 2002; Beschluss der Projektvereinbarung mit ACCS \u00fcber die Einrichtung des B\u00fcrgerradios; Verabschiedung von Richtlinien f\u00fcr die Bezuschussung von Auslandseins\u00e4tzen und Diskussion \u00fcber eine m\u00f6gliche Brasilienfahrt im Sommer 2002 oder 2003.<\/p>\n<p>Seminarwochenende zum Thema &#8222;Ewiger Frieden&#8220; vom 19.-21. April in Hiltrup; Im Kloster der Herz-Jesu-Missionare in Hiltrup arbeiteten 19 Teilnehmer (au\u00dferdem f\u00fcnf Kinder) in vielf\u00e4ltigen und kontrastreichen Formen an dem Thema &#8222;Ewiger Frieden&#8220; im Sinne einer v\u00f6lkerverbindenden Vision, die Ma\u00dfstab und Richtschnur auch f\u00fcr Entwicklungsarbeit sein sollte.<\/p>\n<p>Studientag &#8222;Perspektiven sozialer Arbeit in Afghanistan&#8220; am 01. Juni in Aachen; Gemeinsam mit der aus Afghanistan stammenden Familie Hashemi informierten sich Mitglieder von GN und weitere interessierte Teilnehmer in Aachen \u00fcber die kulturelle Geschichte und Identit\u00e4t des Landes, insbesondere der Region Herat und diskutierten die Aussichten f\u00fcr eine soziale Entwicklung des Landes.<\/p>\n<p>2. Mitgliederversammlung am 06. Juli in Aachen; Schwerpunkte: Die MV beschlie\u00dft die F\u00f6rderung des Kaffeeanbaus und der Einrichtung einer Backstube in der EFA von Garrafao &#8211; ES, Brasilien; diskutiert m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen in Afghanistan und beauftragt den Vorstand mit der Suche nach Partnern und beschlie\u00dft eine Fahrt nach Brasilien f\u00fcr August 2003.<\/p>\n<p>Werkstatt f\u00fcr die Ausstellung &#8222;B\u00fcrgerradio&#8220; am 10. August in Niederbachem; In Niederbachem bei Bonn erarbeiteten Mitglieder von GN eine neue Ausstellung mit vier Plakaten zum geplanten B\u00fcrgerradio in Sobradinho.<\/p>\n<p>Treffen mit Paulo Ferreira und Padre Joao Sena am 14.\/15. September in Bornheim und Bonn; Im Rahmen ihres Besuches bei der deutschen katholischen Partnergemeinde in Wachtendonk \u00fcbernahm GN die Programmgestaltung f\u00fcr zwei Tage. Schwerpunkte waren der Besuch bei einem deutschen B\u00fcrgerradio in Bornheim, ausf\u00fchrliche Gespr\u00e4che \u00fcber die Perspektiven sozialer Arbeit in Sobradinho sowie des Radioprojektes und die Mitgestaltung des Eine-Welt-Tages in Bonn. Insbesondere wurden der Besuch in Sobradinho im August 2003 und dessen Programm verabredet.<\/p>\n<p>Eine-Welt-Tag am 15. September in Bonn; Das Eine-Welt-Forum Bonn veranstaltete den Tag diesmal in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle der Bundesrepublik Deutschland. GN war mit einem Informationsstand und der Ausstellung \u00fcber das B\u00fcrgerradio vertreten. Die beiden G\u00e4ste aus Brasilien (s.o.) stellten sich auf dem Podium einem Interview mit dem Eine-Welt-Promotor Ulrich Merker.<\/p>\n<p>3. Mitgliederversammlung am 17. November in Bonn; Schwerpunkte: Die MV hat \u00fcber die Verwendung von \u00fcbersch\u00fcssigen Spenden aus dem Jahr 2002 und die Bildung von R\u00fccklagen entschieden; die Finanzierung von zwei Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Schulen in Herat &#8211; Afghanistan beschlossen und die Durchf\u00fchrung einer Brasilienfahrt im Jahr 2003 besprochen.<\/p>\n<p>Abschluss der Eine-Welt-Woche am 29. November in Wachtberg (Rhein-Sieg-Kreis); Bei der Veranstaltung war GN durch einen Stand und die Ausstellung \u00fcber das B\u00fcrgerradio vertreten. Ein Teil der Einnahmen aus dem Verzehr des Tages kommt der Projektarbeit von GN zugute.<\/p>\n<p>Seminarwochenende zum Thema &#8222;Bildung&#8220; vom 13.-15. Dezember in Walberberg; In der Jugendakademie in Walberberg diskutierten 19 Teilnehmer (dazu sieben Kinder) ihr Verst\u00e4ndnis von Bildung in unserer Zeit auf dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung von Bildungsvorstellungen und der gegenw\u00e4rtigen Bedeutung von Bildung f\u00fcr unsere Gesellschaft und die Menschen in der Dritten Welt.<br \/>\nDie <strong>monatlichen Vereinstreffen<\/strong> (Januar &#8211; Dezember) fanden das ganze Jahr hindurch im bew\u00e4hrten Rhythmus an Dienstagen bzw. Donnerstagen abends in wechselnden Privatr\u00e4umen von Mitgliedern statt. Die Themen hatten meist einen direkten Bezug zur aktuellen Vereinsarbeit. Die Idee, einen Teil der Abende in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen zu l\u00e4ngerfristig bekannt gegebenen Themen zu veranstalten und damit insbesondere ein Angebot f\u00fcr Nichtmitglieder zu schaffen, wurde 2002 noch nicht verwirklicht.<\/p>\n<h4>Informationsmaterialien<\/h4>\n<p>Die Redaktion der <strong>Vereinszeitung<\/strong> &#8222;Globale Nachbarschaft&#8220; gab im Jahre 2002 eine weitere Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt &#8222;Medien und Demokratisierung: Gemeinschaftsradio in Sobradinho&#8220; heraus. Die dritte Ausgabe wurde im Dezember teilweise fertiggestellt und wird Anfang 2003 erscheinen. Das angestrebte Ziel, die Vereinszeitung etwa dreimal j\u00e4hrlich herauszugeben, ist vorl\u00e4ufig nicht realisierbar, so dass zuk\u00fcnftig mit ein oder zwei Ausgaben pro Jahr zu rechnen ist.<\/p>\n<p>Die <strong>Ausstellung<\/strong> \u00fcber das B\u00fcrgerradio Sobradinho mit vier Plakaten ist im September fertiggestellt worden und kam bei den Eine-Welt-Tagen in Bonn und in Wachtberg sowie bei einer Informationsveranstaltung in Wachtendonk zum Einsatz.<\/p>\n<p>Die <strong>Seiten des Vereins im Internet<\/strong> unter www.GlobaleNachbarschaft.org wurden im \u00f6ffentlichen Teil neu gestaltet und erheblich erweitert. Die Projektarbeit von GN ist dort beschrieben und mit Abbildungen sowie Fotos illustriert. Daneben sind wichtige Dokumente wie Satzung, Jahresberichte und gedruckte Informationsmaterialien abrufbar.<\/p>\n<p>im Original gez. Guido Hinz, Vorsitzender\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bonn, 30. Januar 2003<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresbericht 2002 des Vorstandes von Globale Nachbarschaft e.V. Projektarbeit a) B\u00fcrgerradio \u201eS\u00e3o Francisco FM\u201c in Sobradinho &#8211; BA, Brasilien Unser Kontakt zum Verein ACCS \u2013 Associa\u00e7\u00e3o de Comunica\u00e7\u00e3o Comunit\u00e1ria de <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/globalenachbarn.org\/?p=1096\">Weiter lesen \u2192<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[75],"tags":[],"class_list":["post-1096","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-vereinschronik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1096"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1096\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1122,"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1096\/revisions\/1122"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/globalenachbarn.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}